Sie sind hier: kulturschweiz2004.ch > Steuerparadiese im Elend

Steuerparadiese im Elend

Den Kanton Schwyz hat es schlimm erwischt, denn nach einem 84 Millionen Verlust im laufenden Jahr sieht das Budget für 2011 einen Aderlass von 136 Millionen vor, dies sind über 12 Prozent des budgetierten Ertrags. Auch der Kanton Zug steht nicht besser da, dieser budgetiert einen Finanzierungsfehlbetrag von 129,8 Millionen Franken, dies ist doppelt so viel wie im Vorjahr.

Beide Kantone gelten aufgrund ihrer niedrigen Steuern als Steuerparadiese und aus diesem Grund ziehen immer mehr Millionäre in die beiden Kantone, durch den steigenden Bevölkerungszuwachs steigen auch die Ausgaben der Kantone und dies bei sinkenden Steuersätzen. Die Steuereinnahmen decken die Kosten nicht mehr.

Der Kanton Schwyz möchte trotzt der hohen Defizite auf eine Steuererhöhung verzichten, die Regierung hofft auf einen anhaltenden Zuzug von natürlichen und juristischen Personen, durch diesen Zugzug soll das Steuersubstrat weiter gestärkt werden. Die Regierung möchte mit dem weiterhin niedrigen Steuersatz neue Firmen und Betriebe anziehen. Das Parlament sieht das anders und es hat das Staatsbudget zurückgewiesen. Die Regierung vom Kanton Schwyz soll eine „ernsthafte Ausgabenprüfung“ durchführen. Der SP-Franktionschef Patrick Notter befürchtet dass die Normalverdiener sowie die Infrastruktur unter Einsparungen sehr leiden würden. Der SP-Politiker möchte weder Einsparungen vornehmen noch die Steuern erhöhen, eine Steuererhöhung käme im Kanton Schwyz einem politischen Selbstmord gleich.