Maßstäbe in der Strompreisdebatte sind falsch
Bei der Diskussion um die Stromversorgung geht es überwiegend um die steigenden Strompreise und um die Gefährdung der autarken Versorgungssicherheit. Doch wird das ganze einmal in Relation gesetzt, dann verlieren beide Hauptthemen an Bedeutung. Die möglichen Folgen eines Atomausstiegs sind kleiner als manche Politiker weiß machen wollen.
Zum Thema Strompreis gibt es folgendes zu sagen, im Durchschnitt verbraucht jede Schweizerin und jeder Schweizer im Haushalt 2300 Kilowattstunden Strom pro Jahr (Quelle: Schweizerische Elektrizitätsstatistik 2010). Hieraus ergibt sich bei einem Preis von 21 Rappen pro Kilowattstunde ein monatlicher Kostenfaktor von 40 Franken. Der Gegenwert ist warmes Wasser, die Möglichkeit zu Kochen, Unterhaltung und Information via Fernseher und Internet, Licht usw.
Es handelt sich hier um etwas Selbstverständliches und genau hierfür wollen die wenigsten zahlen. Doch im Vergleich zu anderen Ausgaben im Haushalt sind die Stromkosten wahre Peanuts und dies mit einem wirklich exzellenten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Elektrizität für einen ganze Monat ist günstiger als ein Zugticket von Zürich nach Bern. Die Kosten für die Krankenversicherung oder für die Telefonie sind weit höher.
Selbst wenn es zu einer Verdopplung der Strompreise bis 2050 käme, wäre dies kein „Horrorszenario“, besonders nicht im Vergleich zum Anstieg der Krankenkassenprämien. Auch mit Importausfällen oder mit Versorgungslücken muss keiner beim Atomausstieg rechnen.