Wolseley in die Schweiz
Der Baumaterialkonzern Wolseley, der in über 20 Ländern tätig ist, möchte seinen Firmensitz in die Schweiz verlegen, um so einige Millionen Pfund pro Jahr an Steuern zu sparen. Infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise litt der Umsatz so stark, dass man sich nun entschlossen hat den Steuersitz in die Steueroase zu verlegen, wobei der Firmensitz weiterhin in Großbritannien bleiben soll. Neben den USA und Kanada ist der Heizungs- und Sanitäranbieter in 22 weiteren Ländern tätig und ist auch im FTSE 100 gelistet.
Durch die Verlagerung soll der Steuersatz von 34 auf 28 Prozent gesenkt werden, was im vergangenen Jahr 23 Millionen Pfund (rund 27 Millionen Euro) ausmachen würde. Im vergangenen Geschäftsjahr machte Wolseley 385 Millionen Euro Umsatz, wobei noch ein Jahr zuvor der Umsatz über 900 Millionen Euro betrug. Finanzchef John Martin machte deutlich, dass die britische Regierung eine Mitschuld an diesem Schritt träfe, da der größte Teil der Gewinne (über 80 %) im Ausland generiert würden und es so zu einer Doppelbesteuerung käme. Obwohl noch die Aktionäre dem Vorhaben zustimmen müssen, soll eine neue Holding noch im November 2010 entstehen.